Therapie psychosomatischer Erkrankungen

Die Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik, Allergologie und Pneumologie der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit der Behandlung chronischer psychosomatischer Erkrankungen sowie mit Verhaltensauffälligkeiten von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Aus diesem umfassenden Erfahrungsschatz heraus und in Verbindung modernster medizinischer und therapeutischer Erkenntnisse und Lehren, entwickelte die Abteilung ein nachweislich sehr erfolgreiches Behandlungskonzept, das in dieser Form nur in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen angeboten wird: die Multimodale 3-Phasen-Therapie.

Krankheitsbilder und Verhaltensauffälligkeiten

Die angewandte Medizin der Multimodalen 3-Phasen-Therapie der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen arbeitet ganzheitlich gesundheitsorientiert. Sie orientiert sich an den Ressourcen des erkrankten Menschen sowie dessen familiären Umfeld und hat zum Ziel, die chronischen psychosomatischen Erkrankungen zu beseitigen und eine psychosoziale Gesundheit zu entwickeln.

Die Multimodale 3-Phasen-Therapie

Die Multimodale 3-Phasen-Therapie beinhaltet verschiedene Module, wie z.B. das Schlafverhaltenstraining (SVT), das Essverhaltenstraining (EVT) und das Bindungs- und Trennungstraining (BTT).

Die Therapie stellt eine Intensivbehandlung dar, in der viele aufeinander abgestimmte medizinische und therapeutische Module die Effekte erzeugen, die letztlich zu der erwünschten Heilung bzw. Stabilisierung des Kindes führen. Dies sind z.B. Informationen, medizinische Behandlungsmaßnahmen, psychologische Gespräche, Autogenes Training, Spieltherapien, Bindungs- und Trennungstraining, Übungen zur Stressbewältigung, liebevoll-konsequente Erziehung, Schlaftraining, Ernährungsberatung u.v.m.

Es ist eine emotionsfokussierte Therapie, in der Kind und Bezugsperson Lern- und Veränderungsprozesse durchlaufen, welche die beiderseitige Autonomie und Bindungssicherheit stärken. Ein besserer Umgang mit Belastungen und Abbau der spezifischen Krankheits- und Problemverhaltensweisen lassen die körperlichen Symptome und Verhaltensauffälligkeiten verschwinden.

Die Multimodale 3-Phasen-Therapie

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Erstes Infogespräch über das Konzept mit Dipl.-Psych. D. Langer
Erstes Infogespräch über das Konzept mit Dipl.-Psych. D. Langer

Eine rein somatisch ausgerichtete Medizin kann zwar die Symptome chronischer Erkrankungen zeitweise lindern, heilen kann sie diese allerdings nicht. Die Betroffenen erleben immer wieder, dass die Erkrankungen und Symptome nach kurzen Verbesserungsphasen immer wieder auftauchen und sich allmählich verschlimmern.

Die psychosomatische Medizin betrachtet ein Symptom als Ausdruck eines tiefer liegenden Problems. Die Multimodale 3-Phasen-Therapie ist somit auf die Beseitigung der Ursachen der Erkrankung ausgerichtet. Diese liegt immer in den Lebenserfahrungen des Menschen begründet. Folglich wird die Erkrankung eines Menschen auf dem Hintergrund seiner persönlichen Lebensgeschichte, seiner Gefühle, Beziehungen und Verhaltensweisen betrachtet.

Für Mediziner und Therapeuten ist es dazu notwendig, sich mit dem erkrankten Menschen intensiv zu beschäftigen, um sein Wesen und seine Reaktionen kennen zu lernen. So kann den Patienten bzw. seinen Bezugspersonen geholfen werden, die Mechanismen der Erkrankung zu verstehen und Veränderungsschritte einzuleiten.

Das Konzept der Therapie zielt darauf ab, die Bewältigungsfähigkeiten des erkrankten Menschen soweit zu stärken, dass dieser künftig nicht mehr „symptomatisch" auf Belastungen reagiert.

In der stationären psychosomatischen Komplexbehandlung lässt sich über die Verhaltensbeobachtung in Alltagssituationen eine wirklichkeitsnahe Diagnostik somatischer, psychologischer und sozialer Aspekte der Symptomatik und der damit verknüpften Verhaltensmuster durchführen. Die Verhaltensmodifikation erfolgt auf der Basis eines multifokalen Therapieansatzes, welcher standardisierte und modulförmig eingesetzte Therapiebausteine wie Stressimpfungstraining, Entspannungsverfahren, systemische und kognitive Therapie, Verhaltenstherapie, Strukturtherapie, Bindungs- und Trennungstraining, Ernährungstherapie usw. beinhaltet. Ein besonderes Charakteristikum der Therapie stellen gezielte Interventionen zur Stress-Induktion dar, womit eine deutliche Abgrenzung zu Kur- und Reha-Maßnahmen gegeben ist. Maßgebend für das Therapiekonzept sind die Leitlinien zu Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter sowie die Leitlinien für eine pädiatrische Psychosomatik.

Das Therapiekonzept der Pädiatrischen Psychosomatik, Allergologie und Pneumologie der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen versteht sich als Erweiterung der gängigen schulmedizinischen Verfahren. Neben der nötigen akut-medizinischen Behandlung stehen die psychischen und sozialen Komponenten, die den Krankheitsverlauf modifizieren, im Mittelpunkt der Therapie. Im Rahmen des standardisierten, multifokalen Therapieansatzes werden die einzelnen Module dem individuellen Störungsbild entsprechend eingesetzt. Die über das stationäre Setting erzielten komprimierten Erfahrungswerte der Patienten führen zu einer überdurchschnittlich guten Compliance in der häuslichen Therapieumsetzung. Insgesamt erreicht das Gesamtkonzept eine so hohe Effektivität, dass den meisten Patienten langfristig Symptom- bzw. Störungsfreiheit bei einer normalen Lebensführung ohne dauerhafte Einschränkungen bzw. Anwendungen möglich ist.

Die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen wird stationär in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen durchgeführt und schließt die Hauptbezugsperson des Kindes mit ein.

  • Beratung: Vorgespräch mit therapeutischem Leiter (auch telefonisch)
  • Stationäre Einweisung: durch den Kinder- oder Hausarzt
  • Therapiedauer: in der Regel 3 Wochen (in besonderen Fällen auch länger)
  • Bestimmte Therapieangebote können auch ambulant durchgeführt werden
  • Behandlungsalter: 0 bis 17 Jahre
  • Unterbringung: bei Säuglingen und Kleinkindern im Eltern-Kind-Zimmer, bei älteren Kindern getrennte Zimmer
  • Schulpflicht: Schulpflichtige Kinder nehmen am Unterricht in der Krankenhausschule teil (bis zum Erreichen der Sekundärstufe II)
  • Nach der Therapie: halbjährliche Kontrolltermine
  • Kosten: werden in aller Regel von den Krankenkassen übernommen (ggfs. Genehmigung einholen)
Schule für Kranke

Schulkinder der Klassen 1 bis 10 nehmen am Unterricht der Krankenhausschule in eigens dafür eingerichteten Klassenräumen teil. Der Lernstoff wird mit der Heimatschule abgestimmt.

Das Verhalten des Kindes in der Schulsituation (z.B. Konzentrationsfähigkeit, Leistungsstand, Motivation, Stressbewältigung) ist ein Teil des therapeutischen Gesamtkonzepts.

Es besteht die Möglichkeit, sich bei einigen Krankheitsbildern (Allergien, Neurodermitis, Asthma bronchiale, Heuschnupfen, chronische Infekte) zu einem Schnuppertag in der Klinik anzumelden. Dieser beinhaltet neben einer ärztlichen Untersuchung des Kindes vor allem ein ausführliches Anamnesegespräch unter psychosomatischen Gesichtspunkten, eine umfassende Beratung, eine Grundeinführung in das Therapiekonzept sowie die Teilnahme an einzelnen Anwendungen.

Die Kliniken und Einrichtungen im Verbund der gemeinnützigen Bergmannsheil und Kinderklinik Buer gGmbH:

Bergmannsheil Buer

Eines der leistungsstärksten Krankenhäuser im Ruhgebiet und zertifiziertes überregionales Traumazentrum.

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Rehaklinik am Berger See

Orthopädische Rehaklinik mit modernsten medizinisch-technischen Einrichtungen und dem Siegel „Top-Reha-Klinik 2017“.